K.A.L. Rupertia
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“Religio” - “Amicitia” - “Patria”

Bei der Gründung der K.A.L. Rupertia im Jahre 1923 verankerten die Mitglieder die Gemeinschaft in den Prinzipien “religio” - “amicitia” - “patria”. Dabei waren sie sich der Bedeutung dieser Leitlinien bewusst. In einer Zeit politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbruchs bedurfte es einer richtungsweisenden und Halt gebenden Orientierung, die unsere Gründungsmitglieder der “Rupertia” mit auf den Weg gaben und so eine Antwort auf die Herausforderungen der damaligen Zeit zu finden versuchten.

Verwurzelt im christlichen Glauben entwickelte sich aus dem ursprünglichen studentischen Ferienzirkel im Rupertiwinkel ein Freundschaftsbund, dessen Mitglieder nunmehr über 85 Jahre hinweg alle Höhen und Tiefen einer Gemeinschaft gemeistert haben.

Doch sind die Prinzipien “religio”, “amicitia” und “patria” heut noch zeitgemäß? Oder müsste man sie vielmehr durch andere Leitlinien ersetzen?

Insgesamt scheint, dass die drei Grundpfeiler unseres Freundschaftsbundes nichts an Aktualität verloren haben. Sind auch manche Formen in unserer Zeit nicht mehr angebracht, so bleibt doch die wesentliche Aussagekraft unserer Prinzipien erhalten. Für die Rupertia gilt, dass sie sich den Problemen unserer Zeit stellen, aber auch das Vermächtnis unserer Gründerväter verantwortungsbewußt bewahren muss. In diesem Zusammenhang ist auch die Notwendigkeit der Vermittlung von Veränderungen einsichtig zu machen. Solche Veränderungen vollziehen sich immer nur langsam und erfordern Rücksicht auf die Bundesbrüder und -schwestern, die den Neuregelungen vielleicht skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen.

In den letzten 25 Jahren erfolgten in der Rupertia zweifellos solche Neuerungen. So erwies etwa die Abschaffung von “Wichs”, “Tonne” und “Schläger” bei den Chargen als äußeres Zeichen des Bundes als notwendig und zeitgemäß. Für diese traditionellen Formen fehlte weitgehend das Verständnis in der modernen Gesellschaft.
Die Leitlinien unserer Gemeinschaft behielten und behalten jedoch ihre Gültigkeit, auch wenn neue Wege beschritten werden mussten. Die Rupertia kann und darf sich dem kulturellen und gesellschaftlichen Wandel nicht verschließen. Ohne sich auszugrenzen, muss sie gleichsam trotzdem versuchen, mit Beständigkeit und Konsequenz die christlichen Grundwerte in der Öffentlichkeit zu vertreten und sie durch verantwortungsvolles Handeln transparent zu machen.

Die Prinzipien “religio” und “amicitia” stellen das tragende Fundament dar. “Religio”, soll sie glaubwürdig sein, muss sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirken. Der freundschaftliche Umgang miteinander, die Teilnahme am Leid und an der Freude des Anderen, aber auch Achtung voreinander und gegenseitige Toleranz ließen und lassen die Rupertia immer wieder erstarken.

“Religio” und “amicitia” bilden gleichsam die Grundlage für die dritte bedeutende Säule, die “patria”. Die Liebe zur Heimat erfordert ein verantwortliches, sinnvolles Mitgestalten und die Erhaltung von Tradition und Brauchtum. So verlangen die gewählten Prinzipien nach einer Neuinterpretation, ohne sie in ihrem Kern in Frage zu stellen.
Die Aufnahme protestantischer Glaubensbrüder und -schwestern erforderte ein Umdenken. Die Achtung vor der Überzeugung des Anderen, der ihm entgegengebrachte Respekt ermöglichen das Trennende zwischen den Konfessionen zu überwinden und verpflichten zu einer Rückbesinnung auf das gemeinsame christliche Erbe. Die Integration protestantischer Mitchristen in die Rupertia bietet die Chance, im freundschaftlichen Miteinander die christlichen Grundwerte zu pflegen und zu bewahren.

Im Prinzip der “amicitia” bekommt der gemeinschaftliche Zusammenhalt einen bedeutenden Stellenwert. Die Zugehörigkeit zur Rupertia beschränkt scih nicht mehr auf den Nachweis eines akademischen Studiums. Jederzeit sind in unserem Kreis auch Nichtakademiker willkommen, die sich den Prinzipien unseres Bundes bekennen. Die Ehepartner unserer Bundesbrüder und -schwestern gehören in den Freundeskreis. Als Zeichen der Emanzipation sind die Damen im CC voll stimmfähig und können auch für die Vorstandschaft sowohl vorgeschlagen als auch gewählt werden.
Die Liebe zum Rupertiwinkel und die Verbundenheit mit ihm kommen in einem verantwortlichen Handeln der Ruperten zum Ausdruck. So engagieren sie sich auf vielfältige Weise in Politik und Gesellschaft, um unsere Heimat verantwortungsvoll mitzugestalten.

“Religio”, “amicitia” und “patria” - eine Herausforderung für die Zukunft! Durch zeitgemäße Reformen reagierte die Rupertia auf die Zeichen der Zeit. Möge dem auch forthin so sein und möge es uns gelingen, uns in unserem Freundschaftsbund, unseren Prinzipien treu - ad multos annos - die Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

 

VIVAT - CRESCAT - FLOREAT !

Dr. Doris Spickenreuther

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