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Grußwort des Ehrenvorsitzenden
Unsere Rupertia hat im Laufe der 85 Jahre ihres Wirkens die verschiedensten Ausformungen erlebt und überlebt. War sie in ihrer ersten Phase Studentenferienzirkel, wurde aus diesem nach dem Zweiten Weltkrieg die “Katholisch Akademische Landsmannschaft Rupertia”, die sich in den 60er Jahren mit ausgesprochen studentischer Ausprägung präsentierte. Doch bald wurden Aktivitas und Philisterium wieder zusammengeführt, “Wichs” und “Tonne” eingemottet. Aber die Rupertenfahne und das Farbenband wurden und werden noch heute hochgehalten.
Die Ende der 60er Jahre eingeläuteten gesellschaftlichen Veränderungen machten vor der Rupertia nicht halt. Die Ruperten sahen zunehmend die Erhaltung und Verteidigung von christlichen Werten und den Schutz der Heimat und ihrer Traditionen als ihre originäre Aufgabe. Sie öffnete sich dabei konsequent durch die Relativierung der Begriffe “katholisch” und “akademisch”, weil die christlichen Werte genauso von evangelischen Christen hochgehalten und Heimatbewußtsein ebenso von Nichtakademikern gelebt werden. Auch die Ausschließlichkeit von Mitgliedern männlichen Geschlechts wurde über Bord geworfen und das Bekenntnis zur Familie fand Ausdruck durch Hereinnahme des Ehe- bzw. Lebenspartners.
Ich bin den Bundesbrüdern besonders dankbar, die vor gut fünf Jahren mit mir gemeinsam eine Standortbestimmung durchgeführt haben, die schließlich über die satzungsmäßige Ausformulierung für viele Menschen, die gesellschaftliche Verantwortung verspüren, Anlass war, sich als Mitglied einzubringen. Die verstärkten öffentlichen Auftritte mit gesellschaftsrelevanten Themen haben unser Ansehen gefördert.
Persönlich verdanke ich unserer Rupertia viel Positives: ich durfte 1963 als Senior beim 40. Stiftungsfest den Festkommers “schlagen”, 1983 beim 60. Stiftungsfest die Stiftungssprache halten und 1993 beim 70. Stiftungsfest den Festabend organisieren und moderieren. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass ich am Ende meiner “aktiven” Zeit noch das 85. Stiftungsfest als Vorsitzender erleben und durchführen darf.
Ich lege nun die Verantwortung gerne in junge Hände - in der festen Überzeugung, dass dieses Werk der Glaubenvertiefung, des freundschaftlichen Miteinanders und der Treue und Liebe zur Heimat des Rupertiwinkels fortgeführt wird. Möge von der großen Zahl der Bundesschwestern und -brüder, von dem einigenden Band, das um uns geschlungen ist, viel Kraft ausgehen! Unserer K.A.L. Rupertia ein kräftiges
VIVAT - CRESCAT - FLOREAT!
Franz X. Werkstetter, Ehrenvorsitzender
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